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Fundstücke & Informationen aus dem Kreisarchiv

JUNI 2015 - Kabarettisten nach Feierabend

„Wer andere zum Lachen bringen kann, muss ernst genommen werden; das wissen alle Machthaber." (Werner Fink)

Wir geborenen DDR-Bürger kennen die Macht des Witzes im Volk. Wir haben geschmunzelt und gekichert und gelacht schon bei Textanfängen wie: „Treffen sich Erich, Breschnew und Jim Carter, da fragt Erich..." Die Oberhäupter der Sowjetunion und der USA wechselten durch Tod oder Demokratie, Erich Honecker blieb, bis er gegangen wurde.

Etwa ab Mitte der 80er-Jahre nahm niemand mehr die Phrasen, Parolen und geschönten Berichte ernst. Allerdings blieb uns das Lachen im Halse stecken, als Stasi-Chef Milke sein „Ich liebe euch doch alle!" zum Besten gab.

Bis zur ungewollten Selbstparodie durch Verkrampfung fürchten die Mächtigen die eigene Lächerlichkeit. Umso mehr bammelt ihnen, je strenger das System ist. Andererseits kennen die Mächtigen seit den römischen Kaisern das System: Brot und Spiele. Ablenkung und Sättigung halten das Volk ruhig, und die Mächtigen können unbehelligt schalten und walten.

Dabei kommen die Mächtigen auch mal auf die Idee, das Lachen im Volk zu planen und zu lenken.

Das wurde Ende der 1960er-Jahre versucht laut Akten des Rat des Kreises Bad Langensalza (Signatur B13). Dort findet sich unter dem DDR-Emblem die Arbeitskonzeption des politisch satirischen Kabaretts „Das Barometer" Bad Langensalza 1968/69"

Genießen Sie die ersten vier Seiten des Konzeptes in seiner ganzen Pracht.
Kommentieren und reagieren Sie selbst für sich.

Gern hätte ich mal eine Aufführung des Kabaretts erlebt. Gibt es Zeitzeugen unter Ihnen?

Doch zuerst: Viel Spaß beim Lesen!

 

Michael Zeng

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